der lange weg nach hause

By con1rail

bin auf dem langen weg nach hause

meine schuhe sind schwarz
die sohlen zertreten
meine beine sind in den
hosen aus blauen stoffe
gemacht

bin auf dem langen weg nach hause

mein rücken wird krumm
gemacht durch die jahre
meine hände sind schwielig
gemacht durch die jahre

bin auf dem langen weg nach hause

meine augen
meine nase
mein mund
meine haare
faltig faltig faltig
gemacht durch
die jahre

bin auf dem langen weg nach hause

vorbei geh ich an den reihen
dunkler häuser vorbei an den
zerschossnen lampen in der
nacht

bin auf dem langen weg nach hause

durch die löcher in meiner jacke
in meinem hemd durch die risse
in meiner haut peischt der wind
ungeduldig wie die flocken vom
schnee

bin auf dem langen weg nach hause

in meinen hosen taschen vergilbt
das papier verfliesst die tinte meiner
träume in meinen hosen taschen
ist meine seele verstummt

bin auf dem langen weg nach hause

seit jahren schon bin ich auf dem weg
der nach hause führt jahr um jahr
bin ich auf dem langen weg der ins

nirgendwo führt

bin auf dem langen weg nach hause

und ich weiss dass sie alle auf mich
warten die die mich verlassen haben

auf dem langen weg nach hause

Eine Antwort zu „der lange weg nach hause“

  1. bruni kantz sagt:

    Lieber Dichter,
    Du beschreibst den Weg durch Dein Leben zum Ziel, zu Deinem Zuhause, während dessen Du die Jahre durchwanderst und dabei gebeugt wirst, Deine Seele verstummt und Du weißt nicht mehr, wo Du ankommen wirst.
    Ist das Zuhause ein Nirgendwo? Hat Du nirgend wo ein Zuhause? Deine Seele hat ihre Träume vergessen und Du scheinst fast mottenzerfressen.

    Dieses Gedicht erinnert mich an hochkarätige Lyrik von sehr bekannten Menschen.
    Hast du einen Namen, lieber Dichter?

    http://www.wortbehagen.de/index.php grüßt Dich – sieh hinein

    Grüße von Bruni Kantz

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