bin auf dem langen weg nach hause
meine schuhe sind schwarz
die sohlen zertreten
meine beine sind in den
hosen aus blauen stoffe
gemacht
bin auf dem langen weg nach hause
mein rücken wird krumm
gemacht durch die jahre
meine hände sind schwielig
gemacht durch die jahre
bin auf dem langen weg nach hause
meine augen
meine nase
mein mund
meine haare
faltig faltig faltig
gemacht durch
die jahre
bin auf dem langen weg nach hause
vorbei geh ich an den reihen
dunkler häuser vorbei an den
zerschossnen lampen in der
nacht
bin auf dem langen weg nach hause
durch die löcher in meiner jacke
in meinem hemd durch die risse
in meiner haut peischt der wind
ungeduldig wie die flocken vom
schnee
bin auf dem langen weg nach hause
in meinen hosen taschen vergilbt
das papier verfliesst die tinte meiner
träume in meinen hosen taschen
ist meine seele verstummt
bin auf dem langen weg nach hause
seit jahren schon bin ich auf dem weg
der nach hause führt jahr um jahr
bin ich auf dem langen weg der ins
nirgendwo führt
bin auf dem langen weg nach hause
und ich weiss dass sie alle auf mich
warten die die mich verlassen haben
auf dem langen weg nach hause
Juli 31, 2008 um 8:55 |
Lieber Dichter,
Du beschreibst den Weg durch Dein Leben zum Ziel, zu Deinem Zuhause, während dessen Du die Jahre durchwanderst und dabei gebeugt wirst, Deine Seele verstummt und Du weißt nicht mehr, wo Du ankommen wirst.
Ist das Zuhause ein Nirgendwo? Hat Du nirgend wo ein Zuhause? Deine Seele hat ihre Träume vergessen und Du scheinst fast mottenzerfressen.
Dieses Gedicht erinnert mich an hochkarätige Lyrik von sehr bekannten Menschen.
Hast du einen Namen, lieber Dichter?
http://www.wortbehagen.de/index.php grüßt Dich – sieh hinein
Grüße von Bruni Kantz