tja,zuerst hab ich mir gedacht – warum sind meine eltern nur leute gewesen ,die mich zur lohnarbeit angetrieben haben und warum nur hat das schitjcksal mich nicht am schönen zürichseeufer zur welt gebracht, dort wo all die netten leute wohnen. ja ja – das leben ist hart und das paradies ist noch weit —-
es wäre jetzt doch so vieles einfacher und ich würde hier nicht vor aller öffentlichkeit zum wörtchen „regionalismus“ verdammmt, sondern würde eingedenk des einzig wahren künstlertums – liberte fraternite egalite – im restaurant zähringer sitzen.mit all diesen netten gebildeten menschen, meinen heissgeliebten milchkaffee trinken und in meiner belesenheit schwelgen.
ich bin in einem quartier aufgewachsen dass umgeben war von fabriken. in der einen wurden lokomotiven hergestellt (schweizerische lokomotiv und maschinenfabrik), in einer anderen schiff- und flugzeugmotoren (sulzer),in der dritten spinnereimaschinen (rieter).der kindergarten und sp$ter die schule waren in der nähe.der spielplatz war einerseits die strasse vor dem haus wo ich und meine eltern wohnten,andererseits eine nahegelegene pünt.so eine art schrebergarten – .die kneipen die mein vater „besuchte“ hatten klingende namen wie schwanen,
grütli,industriehalle, ochsen, grenzhof, harmonie, talgarten (stammkneipe von mussolini in seiner sozialistenzeit) storchenbrücke usw.meine freunde in der schule hiessen laszlo und roland.meine lehrerin war das „fräulein“ kägi.der lehrer hiess dann etwas später herr sommer. mit albin ging ich während der malerlehre in die schule und mein kumpel im arbeitereinheitskomitee hiess silvano.meine damalige freundin hiess helen. und die „späteren“ katrin, cornelia, gabriella und alexandra.
laszlo kam aus ungarn, roland war schweizer.silvano kam aus italien -wie mein grossvater väterlicherseits.katrin war viel in marokko – wegen dem vater,muhammed mit dem ich zusammenarbeitete auf dem bau war albaner.
irgendwann hab ich geheiratet – sengül kommt aus der türkei.mit olivier foex organisierte ich die gipser in der gewerkschaft – er kam aus der romandie – leider ist er ein halbes jahr nach seiner pensionierung gestorben. er war ein guter sozialdemokrat.
im knast in sennwald im rheintal, hatten wir paar knakis einen kleinen treff für die „pausenzeit“. einer war fremdenlegionär, ein anderer war ein mörder. wieder ein anderer war ein „wirtschaftskrimineller“ und zwei andere – unteranderem ich – waren militärverweigerer.
im knast von meilen war der in der zelle nummer zehn ein deutscher. der andere neben mir in der zelle acht, war auf der kurve – gewesen. dem haben sie dann schon mal die klingel abgestellt. im knast von winterthur sass ich allein.
wenn ich gedichte mache, dann denke ich an sie . es sind denke ich, einfache leute. menschen von denen man in der regel nicht schreibt – man soll oder will ihnen auch keine literarische stimme geben. dass ist nicht internationalistisch – sie alle machen lohnarbeit. um ihr dasein ein wenig besser zu machen. und sicher gilt das für alle anderen die so heissen wie sie, gleich wo und in welchen land auch immer.